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Bereits zu Beginn des Jahres 2004 haben die deutsche und die polnische GFPS zusammen mit dem Verein »Lahoda« aus Frankfurt/Oder und dem Verein »Sfera« aus Minsk eine Studienfahrt nach Belarus durchgeführt, die auf ein sehr positives Echo gestoßen ist. Belarus, Weißrußland stellt sich heute, obwohl unmittelbar an der Grenze zur Europäischen Union gelegen, für viele als die terra incognita dar, die bspw. Polen oder Tschechien zu Zeiten des Kalten Krieges für Westdeutsche gewesen sind. Auch das derzeitige Regierungssystem Weißrußlands läßt sich in gewisser Weise mit der Situation in Polen nach Verhängung des Kriegsrechts im Jahr 1981 vergleichen.
Im Gegensatz dazu stellt sich die deutsche Situation zu Polen heute ganz anders dar, als noch vor 15 Jahren. Auch wenn unser »Gründer« Georg Ziegler bei seiner Rede zum 20-jährigen Jubiläum von GFPS betont hat, daß es seinerzeit weniger darum ging, Löcher in den »Eisernen Vorhang« zu hauen (schneiden?) als denn persönliche Kontakte auszubauen, stellte doch der persönliche Kontakt für viele den ersten Schlag in die Mauer dar. Diese Mauer des Nicht-Kennens, des Nicht-Kennenlernen-Könnens müssen wir heute nicht mehr einreißen. Heute hält uns nur (na gut, aber häufig auch immerhin) die selbstgesetzte Grenze der Scheu oder Angst davor ab, spontan nach Polen oder Tschechien zu reisen, persönlich einen Blick über die Grenze zu werfen.
Dagegen ist der Weg nach Belarus und vor allem von Belarus nach Deutschland um einiges beschwerlicher. Das Einkommen eines durchschnittlichen, weißrussischen Arbeitnehmers beträgt derzeit in etwa pro Monat 50,– €, ein Betrag, mit dem man selbst als Student in Deutschland kaum für eine Woche »über die Runden« kommt. Die Formalitäten bei der Ein- und Ausreise lassen für die etwas Älteren Erinnerungen an die Zonengrenze innerhalb des eigenen Landes wachwerden – stellvertretend seien nur die Wartezeiten in Helmstedt oder in Eisenach genannt, die niemand mehr vermißt.
Das Stipendium ist ab sofort ausgeschrieben: Bewerbungsunterlagen für das Belarus-Stipendium
Aus diesem Grund sammelt GFPS derzeit Geld für ein Stipendium (oder mehrere) Stipendien für belarussische Studenten. Wer sich an dieser Sammelaktion noch beteiligen möchte, kann dies für eine Einzelspende via unser Online-Spendenformular (über eine sichere Verbindung!) tun, für eine wiederkehrende Spende über mehrere Monate empfiehlt es sich im Augenblick noch, unsere Kassenwärtin Ieva Jukneviciute anzuschreiben. Wir freuen uns über reges Interesse und versprechen, regelmäßig auf dieser Seite Informationen sowohl über den Stand unseres Belarus-Fördertopfes als auch die Stipendiaten zu geben.
Unsere ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Gesine Schwan und ist vom Finanzamt Freiburg im Breisgau als gemeinnützig anerkannt. Kommentare oder Anregungen? Wir freuen uns über Deinen Beitrag.
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Letzte Änderung: 06.10.2008