Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V.

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Zwei intensive Wochen voller Sprachaustausch in der Natur: der 15. deutsch-tschechische Tandemsprachkurs

Ahoj! Čau! Hallo! Hi!“ Mit diesen Worten begrüßten sich die Teilnehmer:innen des mittlerweile schon 15. deutsch-tschechischen Tandemsprachkurses von GFPS am Anreisetag in der gemütlichen Hütte im kleinen Ort Pernink auf der tschechischen Seite des Erzgebirges.

[Photo] Bei einer der Quellen in Karlovy Vary

Nachdem sich alle beim ersten Abendessen mit regionalen Spezialitäten stärken konnten, die die Teilnehmer:innen mitgebracht hatten, und ein erstes Kennenlernen auf Deutsch und Tschechisch stattfand, ging es dann am nächsten Morgen richtig los mit dem Tandem: Am Vormittag gab es in Kleingruppen Unterricht in der jeweils anderen Sprache von unseren beiden großartigen Lektorinnen Vendy und Antonia, während das Orgateam unter der Leitung von Chefkoch Konrad bereits ein leckeres Mittagessen vorbereitete. Nach der Mittagspause, die je nach Lust und Laune für einen Gang in den Dorfladen, einen kleinen Spaziergang in der schönen Natur um Pernink oder ein kurzes Tischtennismatch genutzt wurde, ging es dann am Nachmittag weiter mit dem ersten Tandem, bei dem wir in gemischtsprachlichen Gruppen unseren Aufenthaltsort Pernink erkundeten. Nach dem Abendessen gab es noch einmal Zeit für ein schnelles Volleyballspiel oder eine Partie am Tischkicker, bevor die Ergebnisse des Tandems vorgestellt wurden und wir den Abend anschließend gemütlich bei einem gemeinsamen Kartenspiel ausklingen ließen.

[Photo] Musiktandem-Präsentation vor der Unterkunft

Dieser Tagesrhythmus bestimmte die gesamten folgenden zwei Wochen: Vormittags abwechslungsreicher Sprachunterricht mit deutschen Liedern oder tschechischem Kahoot-Quiz, nachmittags Tandemaufgaben in einer deutsch-tschechischen Kleingruppe. Während so am Vormittag unsere sprachlichen Fähigkeiten geschult und manche:r Anfänger:in am Ende der zwei Wochen schon beinahe flüssig in der anderen Sprache reden konnte (oder zumindest etwas in der Kneipe bestellen…), konnten wir am Nachmittag bei den Tandems unserer Kreativität freien Lauf lassen: Mal galt es, eine politische Partei zu gründen und ein Wahlprogramm für Pernink zu entwerfen, mal fanden wir uns in der Rolle eines nachhaltigen Modelabels wieder und einmal mussten wir uns sogar auf die Suche nach der sagenumwobenen Marcebila begeben, die angeblich im Erzgebirge haust (und von besonders mutigen Teilnehmer:innen auch gesichtet wurde).

Besondere Highlights waren daneben die beiden Ausflüge nach Karlovy Vary und Johanngeorgenstadt. In Karlovy Vary führte uns der Weg in das Becherovka-Museum, wo wir auch an einer kleinen Verkostung teilnehmen durften, sowie zu den zahlreichen Quellen, deren Wasser zwar nicht besonders gut schmeckt, aber sehr heilsam sein soll. In Johanngeorgenstadt besuchten wir das lokale Schaubergwerk und bekamen auch einen authentischen Eindruck vom wunderschönen erzgebirgischen Dialekt. Die unmittelbare Umgebung von Pernink erkundeten wir bei einem etwas anderen Wandertandem, bei dem wir den Spuren des entführten Orgateams folgen mussten und es in der nächstgrößeren Stadt Nejdek in einem Café befreien konnten.

[Photo] Vor dem Becherovka-Museum in Karlovy Vary

Schließlich gab es auch noch auf dem Gelände der Unterkunft einiges zu erleben: Mutige wagten sich in den von einem eiskalten Gebirgsbach gespeisten Teich und besonders Mutige balancierten sogar auf der über den Teich gespannten Slackline. Wem das zu viel Aufregung war, der:die konnte sich am Abend beim gemeinsamen Lagerfeuer einfinden und neue tschechische und deutsche Lieder (mit Ohrwurmgarantie) kennenlernen. Am letzten Abend ging es dann noch in die Dorfkneipe „Kongo“ mit ihrem legendären Besitzer. Am nächsten Morgen endete dann schon nach knapp zwei Wochen das Tandem. Auch wenn der Abschiedsschmerz bei vielen groß war, war die Vorfreude auf künftige Treffen ebenso groß – spätestens im nächsten Jahr als „alte Hasen“ beim nächsten Tandemsprachkurs in Pernink.

[Photo] Letzter Nachmittag: Teilnehmer:innen mit ihren Urkunden und Geschenken

Elias Oppenrieder