Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V.

GFPS e. V. > Verein > Aktuell > 01.08.2017

Für mehr multilaterale Projekte und Kooperationen

...über Institutions- und Ländergrenzen hinweg.

Die Vorstandsvorsitzende der GFPS e.V. Tabea Schleinitz erzählt von ihrem Treffen mit Prof. Dr. Gesine Schwan, der Schirmherrin des Vereins am 31. Juli in Berlin.

[Photo] Unsere Vorsitzende Tabea und Schirmherrin Prof. Dr. Gesine Schwan
Unsere Vorsitzende Tabea und Schirmherrin Prof. Dr. Gesine Schwan.

An einem sommerlich warmen Mittwochnachmittag im Allianz-Forum am Pariser Platz in Berlin habe ich erstmals die Gelegenheit, unsere Schirmherrin persönlich kennenzulernen. Im Büro der Präsidentin der im Juni 2014 gegründeten HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform gibt es zahlreiche, prall gefüllte Bücherregale, in denen dicke und dünne Bände auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch in Rubriken wie „Europa“, „Sozialdemokratie“ und „Familie“ geordnet stehen. Mir fällt auf, dass die Sektion „Polen“ beachtlich viel Raum einnimmt.

Bei einem Kaffee sitzen wir zusammen und ich berichte von der aktuellen Situation, den derzeitigen Problemstellungen und den künftigen Vorhaben der GFPS e.V. sowie der Partnervereine in Polen und Tschechien. Wir diskutieren Fragen der finanziellen Förderung und der Kooperationsmöglichkeiten mit verschiedenen Partnern. Frau Schwan spricht sich deutlich für eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Osteuropa-Instituten der Universitäten, beispielsweise in Leipzig und Jena aus.

Positiv sieht die Schirmherrin die Ausweitung unseres Programms in Richtung Osten, vor allem gen Ukraine. Es sei wichtig, dass wir auch über EU-Grenzen hinaus denken, gerade auch, wenn es innerhalb Europas Spannungen gibt. Vielleicht könnten bald ähnliche feste Förderstrukturen und Mitgliederkreise wie sie in Polen und Tschechien bereits existieren, mit Hilfe von engagierten Studierenden und Osteuropainteressierten auch in Belarus und in der Ukraine aufgebaut werden.

Die Zeit der rein bilateral ausgerichteten Programme ist laut Gesine Schwan vorbei. Sie spricht sich für multinationale Projekte aus, die vielleicht nur eine kurze Programmdauer, dafür aber eine große Reichweite haben und langzeitige Wirkungen versprechen. Das Wichtigste heutzutage sei, ein kontinuierliches Netzwerken unter jungen Menschen zu ermöglichen. Die GFPS sollte weiterhin anstreben, den Austausch zwischen osteuropainteressierten Studierenden und WissenschaftlerInnen verschiedener Länder durch spannende Projekte wie „Von Frankfurt (Oder) nach Lwiw – eine deutsch-ukrainische Spurensuche“ zu fördern.

Initiativen solcher Art, mit verschiedenen Länder- und Themenschwerpunkten, eröffnen außerdem die Möglichkeit, mit immer neuen Kooperationspartnern und Geldgebern in Kontakt zu kommen und so die Reichweite des Vereins und seiner Ideen zu erhöhen. Schließlich stimmen wir darin überein, dass es bei all diesen interessanten Ideen und Überlegungen zur Erschließung neuer geografischer und thematischer Bereiche nicht zuletzt darum geht, sich nicht in allzu viele Programmrichtungen zu zerstreuen und weiterhin einen qualitativ hochwertigen Programmfokus zu bewahren.

Nach einer dreiviertel Stunde netten und gleichsam intensiven Austauschs schießen wir noch ein Abschiedsfoto vor dem beeindruckenden Bücherschrank. Und schon bin ich wieder entlassen aus dem monumentalen Gebäude mit Blick auf das Brandenburger Tor in die Nachmittagssonne, voll freundlicher Worte und guter Ideen.

Tabea Laura Schleinitz

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