Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V.

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Vorstand 2014/15

[Photo] Vorstand 2014
Vorstand 2014.

Auf der Mitgliederversammlung am 26. April 2012 in Berlin haben die GFPSler ihren neuen Vorstand gewählt. Hier stellen sich die sieben vor:

[Photo] Regina Killy

Regina Killy (1. Vorsitzende):

SchczszWAS? – wo genau hört hier bitte das eine Wort auf und wo fängt das nächste an? Ich muss gestehen, dass meine an den gepflegten voralpenländischen Dialekt gewöhnten Ohren zunächst etwas brauchten, um sich auf den fremden Klang der polnischen Sprache einzustellen. Ich komme aus einem kleinen Dorf an der A8 München – Salzburg. Schon alleine geografisch gesehen ist es nicht gerade das Nächstliegendste, sich mit Osteuropa zu beschäftigen. Als jedoch 2006 an meiner Berufsoberschule ein Schüleraustausch nach Wadowice angeboten wurde, wollte ich unbedingt daran teilnehmen – allerdings mehr aus dem Grund, dass ich schon immer bei einem Schüleraustausch mitmachen wollte, denn aus einem tiefen Interesse für Polen.

Doch die Erfahrungen bei dem Austausch mit der kleinen Papst-Geburtsstadt nahe Krakau waren prägend für mich. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen, der Klang der Sprache und die Schönheit Polens begeisterten mich. Das Vorhaben für einen längeren Aufenthalt zurückzukehren war gefasst.

Nach vier Semestern Studium „Kultur und Management“ in Görlitz bot sich mir nun endlich die Möglichkeit für längere Zeit nach Polen zu gehen. So absolvierte ich im Wintersemester 2010/2011 ein Erasmus-Semester an der Jagiellonen Universität in Krakau. Haaach Krakau, da komme ich immer noch ins Schwärmen!
Im Anschluss an mein Auslandssemester in Polen absolvierte ich ein halbjähriges Praktikum an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst „Palazzo Ricci“ in Montepulciano in der Toskana. Dort konnte ich zwar meine im Studium erlernten Italienischkenntnisse ausbauen, vergaß aber darüber hinaus mein Polnisch leider fast wieder völlig.

Als es dann um die Wahl eines Masters ging, fand ich in Regensburg „Ost-West-Studien“, im Rahmen dessen ich weiter auf meine Polnischkenntnisse aufbauen konnte. Als ich in einer E-Mail von dem GFPS Sprachkursstipendium erfuhr, war sofort mein Interesse geweckt. Das Besondere an dem Stipendium und dem Verein war für mich, dass man als Stipendiat nicht nur in ein Land „geschickt“ wird, sondern dass es ein Verein von jungen Leuten ist, die das Interesse für das jeweilige Land teilen und miteinander in Kontakt treten, sich austauschen und voneinander lernen wollen. Außerdem enthält das Stipendienprogramm auch Treffen wie Städtetage, Tri-Go oder das Forum, bei denen man die anderen Stipendiaten und andere GFPSlern aus Polen, Tschechien und Belarus trifft!

GFPS ermöglichte mir schließlich im letzten Wintersemester einen Semestersprachkurs in Poznań. In dieser Zeit lernte ich sowohl in Poznań als auch bei den GFPS-Treffen wundervolle und interessante Menschen kennen, mit denen ich eine tolle Zeit verbracht habe und von denen ich viel gelernt habe.

Ich freue mich sehr darüber, mich nun in diesem Verein engagieren zu dürfen und zu einem Austausch und einer Festigung der deutsch-polnisch-tschechisch-belarussichen Beziehungen beizutragen. Wir als Vorstand haben in diesem Jahr das Glück, die Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres mitzuerleben, das unsere Vorgänger so wunderbar organisiert haben! Nun gilt es den Verein weiterhin in eine erfolgreiche, aber vor allem fruchtbare, lebendige und vom interkulturellen Austausch erfüllte Zukunft zu begleiten. Das Amt der 1. Vorsitzenden bietet viele Herausforderung und ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, freue mich aber auch gleichzeitig sehr auf eine ereignisreiche, lehrreiche und erfüllende Zeit zusammen mit meinen Vorstandskollegen und allen, die GFPS ausmachen!

Kontakt: regina.killy@gfps.org

[Photo] Piotr Franz

Piotr Franz (2. Vorsitzender, Stipbetreuung):

Polen kannte ich schon immer. Lange Jahre war ich zumindest davon überzeugt, dass jede polnische Stadt gleichsam unangenehm gestrig wirkt wie Wrocław, die Heimatstadt meiner Eltern. Auf regelmäßigen Besuchen zu meinen dort lebenden Großmüttern sahen meine Berliner Kinderaugen Anfang der 1990er all jenes in bedrückenden Farben, was erwachsenen Polen-Begeisterten zu dieser Zeit besonders charmant, authentisch und aufregend erschienen sein muss. Stundelange Überfahrten und Staus auf holprigen Autobahnen, überfüllte Ostermessen und irritierende Filmsynchronisationen prägten somit schon früh meine Einstellung zum Nachbarland; bloß keine Ferien in Polen! Mit voraneilendem Alter entfernte sich das so greifbar nahe Land zunehmend aus meiner Wahrnehmung und holte mich erst während meines Studiums der Kulturwissenschaften an der Viadrina in Frankfurt/Oder vorsichtig wieder ein. Zunächst aus pragmatischen Gründen beschloss ich, meine löchrigen Polnisch-Kenntnisse zu flicken. Kurz vor einem halbjährigen Studienaufenthalt in Slowenien fuhr ich sodann das erste Mal in meinem Leben aus freien Stücken nach Wrocław – und war wie erleuchtet! Wenige Augenblicke Zugfahrt von Berlin entfernt, prosperierte mein vermeintlich unerträgliches Wrocław und bewies mir wie zum Trotze, welch unvorstellbares Maß an Charme, Kultur, Dynamik und Geschichte Polen beherbergt. Fortan versuchte ich jedes verwertbare Mosaik im Dienste der Neugierde in mein (nicht vollendbares) Polen-Bild einzufügen. Meinen B.A. schloss ich folglich mit einer Arbeit über die AK und ihr Verhältnis zur jüdischen Bevölkerung ab und fuhr im Anschluss für ein Praktikum bei der SDPZ nach Warschau. Unheilbar verliebt kehrte ich, Warschau im Herzen tragend, zurück nach Berlin und bewarb mich umgehend für ein GFPS-Stipendium zum Studium an der Universität Warschau, nunmehr im Masterstudium der Kultur und Geschichte Mittel-und Osteuropas. Dort verlebte ich fünf unbeschreiblich kostbare, glückliche, ertragreiche und produktive Wintermonate. Dank einer intensiven und freundschaftlichen Betreuung der Warschauer Stadtgruppe darf ich meinen Freundeskreis um eine Handvoll wertvoller Menschen reicher schätzen und lernte zeitgleich den einmaligen Charakter der GFPS kennen. Die Zivilgesellschaften Mittel- und Osteuropas durch enge, persönliche Netzwerke zu stärken und mitzuhelfen aneinanderzuwachsen sind Ziele, die sich im länderübergreifenden Kontakt von Mensch zu Mensch am spürbarsten realisieren lassen. Durch mein Amt im Vorstand als 2. Vorsitzender und Stipendiatenbetreuer will ich zu diesen Zielen beitragen und dabei helfen, die positive und konstruktive Energie der GFPS weiterzugeben. Fest steht jedenfalls: in den Semesterferien geht´s nach Polen!

Kontakt: piotr.franz@gfps.org

[Photo] Mathias Hankel

Mathias Hankel (Beisitz Kassenwart):

Der von GFPS geförderte und betreute Studienaufenthalt 2009 an der Jagiellonen-Universität in Krakau war wohl das beste, was mir in meinem Bachelorstudiums passiert ist. Wenn ich das Leuten erzähle, die mit den vier Buchstaben nicht viel anfangen können, kommt eher früher als später die Frage auf „warum eigentlich Polen?“ Ich komme aus Frankfurt (Oder). Für viele GFPSlerInnen ist die Stadt Studienort oder Wahlheimat; ich bin hier geboren und aufgewachsen. In der Grundschule besuchte ich ein Jahr die Polnisch-AG, ab der 7. Klasse lernte ich am Karl-Liebknecht-Gymnasium Polnisch als zweite Fremdsprache und in der Oberstufe verbrachte ich ein Schulhalbjahr am Liceum „Tadeusz Kościuszko“ in Gorzów Wielkopolski. Polnisch war in jedem meiner bisherigen Bildungsabschnitte präsent und da war es nur konsequent, auch während meines politikwissenschaftlichen Studiums ein Semester in Polen zu studieren.

Seitdem bin ich in der GFPS-Stadtgruppe Berlin aktiv, habe StipendiatInnen bei ihrem Semesterstart unterstützt, GFPS-Infostände betreut, Stadtgruppentreffen anberaumt und in den letzten fünf Jahren an unzähligen Städtetagen, Quadraten, Jubiläen, Mitgliederversammlungen und Zlot teilgenommen. 2012 haben Dorota Niewęgłowska und ich gemeinsam das StipendiatInnenseminar in Bautzen/Budyšin organisiert. Die GFPS-Kernfamilie in Berlin und die weitere GFPS-Verwandtschaft in anderen Städten sind im Laufe der Jahre – das klingt jetzt schon zu Beginn der Vorstandszeit etwas sentimental – Teil meines Lebens geworden.

Im Vorstandsjahr 2014/2015 verwalte ich gemeinsam mit Sebastian Sommer die GFPS-Finanzen. Das wird zweifelsohne eine spannende Herausforderung und ich freue mich auf die kommende gemeinsame Zeit mit den anderen Vorstandsmitgliedern und Engagierten in und bei GFPS!

Kontakt: mathias.hankel@gfps.org

[Photo] Sebastian Sommer

Sebastian Sommer (Kassenwart):

Bereits seit 5 Jahren lässt mich die GFPS e.V. nicht mehr los. Der Einstieg fiel nicht schwer: Deutsch-polnischer Tandem Sprachkurs 2009 als Teilnehmer. Anschießend ging es Schlag auf Schlag denn noch während ich das Tandem 2010 organisierte, wurde ich zum Kassenwart der GFPS gewählt. Die Kasse ist seit dem mein GFPS Hauptthema. Nachdem ich mein erstes Jahr als Kassenwart beendet hatte wurde ich bis zur letzten Mitgliederversammlung zum Kassenprüfer. Durch die lange Zeit als Prüfer sind mir die grundlegenden Probleme der Buchhaltung in unserem Verein immer klarer geworden und deshalb werde ich in dieser Amtszeit mit der Hilfe des Beisitzers für Finanzen Mathias Hanckel die Kasse im Rahmen der SEPA Umstellung grundlegend umstellen. Dies ist durch die Hilfe der letzten Kassenwarte, die uns weiterhin unterstützen und meine Erfahrung möglich. Mit meinen 31 Jahren bin ich erst seit letztem Jahr Student in Berlin und widme mich dem Studiengang Veranstaltungstechik und –management und lebe in Hannover mit meiner Familie. Dort habe ich auch einen Betrieb mit dem ich Dienstleistungen in der Bau- und Veranstaltungsbranche anbiete. Meine Verknüpfung mit GFPS ist Polen. Hier habe ich vor einigen Jahren einen anderthalbjährigen Friedensdienst geleistet und die Sprache gelernt.

Kontakt: sebastian.sommer@gfps.org

[Photo] Moritz Michael Mätz

Moritz Michael Mätz (Öffentlichkeitsarbeit):

Derzeit befinde ich mich in der finalen Phase meiner Bachelorarbeit zum Polnischen Arbeitsmarkt. Mein Interesse zu Polen begann im Sommer 2009 während eines Urlaubs in Sopot. Während meines Studiums, im Fach Integrierte Europastudien in Bremen, belegte ich Polnisch Sprachkurse sowie Seminare mit Schwerpunkt Polen. 2012/2013 verbrachte ich ein Jahr in Krakau. Ein Semester davon als Gfps Stipendiat. An Gfps faszinieren mich vorallem die Personen, welche sich ehrenamtlich engagieren, um jemandem wie mir ein Stipendium ermöglichen zu können. Dieses Engagement finde ich sehr bemerkenswert wie auch erstrebenswert. Deshalb freue ich mich umso mehr jetzt Teil des Vorstandes 2014/15 zu sein.

Kontakt: moritz.maetz@gfps.org

[Photo] Aliaksandra Kavalskaya

Aliaksandra Kavalskaya (Projektkoordination):

Meine GFPS- Geschichte ist 2011 angefangen. Ich habe damals Deutsch als Fremdsprache auf Lehramt und mit dem Schwerpunkt Dolmetschen an der Vitebsker Staatlichen Uni in Belarus studiert. Bevor ich mit dem Studium fast fertig war mit, wollte ich mein Sprachniveau verbessern und Auslandserfahrungen sammeln. Es gab mehrere Stipendienprogrammen, aber ich habe mich für das GFPS-Stipendium entschieden. Was auch absolut die richtige Wahl war. Nach dem Auswahlgespräch in Minsk habe ich einen Brief bekommen, dass ich ausgewählt wurde und ein Semester in Köln verbringen darf. Meine Freude war unendlich, besser konnte ich mir das nicht vorstellen. Das Leben und Studium in Köln faszinierten mich sodass ich nach dem Ende meines Stipendiums die Entscheidung getroffen hatte, mein Studium an der Uni Köln fortzusetzen. Momentan betreibe ich das Studium der deutschen Sprache und Literatur weiter, dazu ist jedoch ein neuer Studiengang der Medienkulturwissenschaft gekommen. Nachdem Ende des Stipendiums fühlte ich mich immer noch mit der GFPS verbunden. Ich wollte nicht die GFPS- Familie verlassen und wurde Mitglied des Vereins. Anschließend habe ich bei mehreren Stipendiaten Seminaren und Stadtgruppentreffen teilgenommen. Die Ziele des Vereins, die interessanten Projekte und die tollen GFPS- Leute haben mich immer begeistert, so dass ich inspiriert wurde, mehr zur Tätigkeit des Vereins beizutragen. Seit der Mitgliederversammlung habe ich die Projektkoordination übernommen und freue mich sehr auf das spannende Jahr der Zusammenarbeit im Vorstand!

Kontakt: aliaksandra.kavalskaya@gfps.org

[Photo] Tammo Fuchs

Tammo Fuchs (Vereinskoordination):

Seit 2010 habe ich die polnische Sprache und Kultur kennengelernt, seit 2011 GFPS e.V., seit 2013 bin ich GFPS-Mitglied und seit 2014 Mitglied des Vorstandes der GFPS e.V. im Bereich Vereinskoordination (Mitgliederbetreuung und Stadtgruppenaktivierung). Eher aus Zufall (oder war es Schicksal?) entschied ich mich am Ende meines Studiums, für meine 2 Studienpunkte (nach 8 Studienpunkten für Französisch) Polnisch zu lernen und komme seitdem von dem Land und seiner Sprache nicht mehr los. Neben vier Semestern Polnischkurse an der HU Berlin und an der Viadrina habe ich auch polnische Geschichte (genauer Europäische Kulturgeschichte MA) an der Viadrina studiert und war 4 Monate bei einem Praktikum am DHI in Warschau. Mittlerweile bin ich Deutschlehrer in Stettin, meine Sprachfirma heißt Besserdeutsch. ;-)

GFPS habe ich dank einer sehr aktiven Stadtgruppe Frankfurt (Oder) kennen und lieben gelernt. Die Atmosphäre und Kontakte innerhalb der GFPS sind immer sehr interessant und entspannt mit dem gemeinsamen Interesse an kulturellen und sprachlichen Dingen. Dank vieler mir wichtiger Erfahrungen und interessanter Kontakte, die ich dank GFPS gefunden habe, und da es noch viel zu tun gibt, habe ich mich für ein drittes Vorstandsjahr in Folge entschieden.

Kontakt: tammo.fuchs@gfps.org

Moritz Michael Mätz