Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V.

GFPS e. V. > Programm > Archiv > 2005 > Treffen mit der SdpZ

Treffen mit der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit in Warschau

Logo der SdpZ Wir, die Stipendiaten des Sommersemesters 2005, wurden von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit (SdpZ) nach Warschau eingeladen.

  • Warschau, Kulturpalast

    Warschau, Kulturpalast 24.06.2005

  • Straßenbahn in Warschau

    Straßenbahn in Warschau 24.06.2005

  • Warschau von oben

    Warschau von oben 24.06.2005

  • PICT0112

    PICT0112 25.06.2005

 

Tatsächlich hatten es fast alle deutschen Stipendiatinnen geschafft, zum Treffen anzureisen. Wir trafen nach und nach in unserem Hotel im Zentrum Warschaus ein. Dort wartete Arek von der Stadtgruppe auf uns und versorgte uns mit einem Stadtplan und einem aktuellen Programm. Wir waren etwas nervös, da wir wussten, dass es sich um eine wichtige Angelegenheit handelte. Die SdpZ finanziert das deutsch-polnische Stipendienprogramm der GFPS zum größten Teil und ist damit der wichtigste Geldgeber unseres Vereins.

Vor dem Treffen mit Vertretern der Stiftung am nächsten Tag stand uns am Donnerstag noch erst einmal ein schöner Abend bevor. Leckeres Essen gab es im Restaurant einer vegetarischen Kette, die es anscheinend fast überall, außer in Wrocław, zu geben scheint, wie ich, Cara, zu meiner Enttäuschung feststellen musste. In Wrocław hatte ich die vergangenen Monate verbracht. Wir haben sehr gut und viel zu viel dort gegessen. Drei Sachen durften wir uns aussuchen, und die Portionen waren üppig! Und lecker, lecker – das muss ich einfach wiederholen.

Den Abend ließen wir dann in einem netten Klub nahe dem Hotel ausklingen. Es wurde geplaudert und schließlich auch viel getanzt.

Am nächsten Tag nach einem üppigen Frühstück im Hotelrestaurant gingen wir zusammen mit dem Vorstand von GFPS-Polska und Ines vom Vorstand der GFPS e.V. zur Stiftung. Wir hatten uns alle für das Treffen extra fein gemacht und waren nun doch etwas nervös. Wir mussten uns etwas beeilen, da wir etwas spät dran waren. Aber als wir bei der Stiftung ankamen, hieß es, wir müssten uns noch einige Momente gedulden.

Deshalb genossen wir in einem nahe liegenden Cafe ein kühles Getränk. Das kam genau richtig, denn dieser Freitagmorgen war ungewöhnlich heiß. Wir streiften auf unserem Weg von der Stiftung zum Cafe durch einen der wenigen in Warschau vom Krieg unversehrten Straßenzüge. Er lag im jüdischen Viertel. Seit nach dem 2. Weltkrieg scheint aber an den Gebäuden nichts weiter verändert worden zu sein. Die Häuser standen leer, sahen etwas verfallen aus. Trotzdem: Die Gebäude hatten ein ganz besonderes Flair und gaben uns Durchstreifenden das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt zu sein.

Etwas verspätet ging dann das Treffen in der Stiftung los. In dem großem Sitzungsraum warteten zwei ebenfalls von der SdpZ geförderte Stipendiatinnen aus Lublin mit ihrem Professor Max Stebler. Beide Studentinnen sind schwer sehbehindert. Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung können sie Germanistik an der Katholischen Universität in Lublin studieren. Wir waren begeistert von ihren Deutsch-Kenntnissen.

Die beiden Stipendiatinnen nahmen dann auch den ganzen Weg von Lublin nach Karpacz in die Berge auf sich, um an unserem Trinationalen Stipendiaten-Seminar 2005 teilzunehmen, zu dem wir sie in Warschau herzlich eingeladen hatten. Es war sehr schön, dass sie mit uns das Wochenende verbracht haben.

Die Runde in der Stiftung war sehr nett und doch locker. Albrecht Lempp, Geschäftsführer im Vorstand der SdpZ, Piotr Albinski, Organisationsleiter und Ania Cieszewska, unsere Projektsachbearbeiterin, empfingen uns freundlich in ihrem großen Sitzungssaal. Dort nahm die GFPS-Gruppe den größten Platz um den Tisch ein. In einleitenden Worten berichtete uns Herr Lempp über die Entstehung der Stiftung und ihren ehemaligen und jetzigen Förderprojekten, von denen eins das Stipendiaten-Programm in Zusammenarbeit mit der GFPS ist.

Da die SpdZ dieses Programm finanziert, möchte sie laut Herrn Lempp wissen, wen sie fördert. Umgekehrt sollen die Studierenden stärker erfahren, wer sie unterstützt. Herr Lempp bezeichnete die Förderung der Stipendiaten als eine »Investition in Menschen«. In diesem Zusammenhang wünschte er sich zukünftig mehr über uns als Menschen zu erfahren. Er machte deutlich, dass die Stiftung sich regelmäßig mit ihren Stipendiaten treffen wolle und mit dieser Einladung der Anfang gemacht sei.

In netten offenen Gesprächen berichteten wir Stipendiaten nacheinander über unsere vollbrachten Semester in Polen und unsere weiteren Zukunftspläne. Der Vorstand der GFPS-Polska und Ines von GFPS e. V. sprachen über ihre Arbeit im Verein. Die Gespräche waren für uns alle sehr aufschlußreich und interessant, zumal wir noch nicht von allen Mitstipendiaten erfahren hatten, welchen Studienschwerpunkt sie gelegt hatten oder welche Zukunftspläne sie hegen.

Nach diesem offiziellen Teil genossen wir den Ausblick vom benachbarten Gebäude der SdpZ auf Warschau. Ein Mitarbeiter der SdpZ erzählte uns die Geschichte des Stiftungs-Gebäudes, der umliegenden Häuser und und Stadtviertel. Von dort machten wir wunderschöne Fotos von der »Skyline« Warschaus. Und was bei einem solchen Anlass nicht ungenutzt bleiben darf – ein paar Gruppenfotos von uns.

In dem gegenüber liegenden Restaurant »4 Pory« genossen wir in großer Runde ein »göttliches« Mittagessen und konnten uns in lockerer Atmosphäre mit Herrn Lempp, Herrn Albinski und Frau Cieszewska von der SdpZ weiter austauschen.

Nach dem Essen bot sich uns ein noch besserer Ausblick vom Kulturpalast, den wir im Rahmen der Museumsaustellung zum Thema Gehirn besuchten. An vielen Modellen konnten wir praktisch die Inhalte der Sammlung an uns selbst ausprobieren. Sehr gelungen!

Unser Programm war damit jedoch noch nicht beendet Am Abend besuchten wir die Warschauer Kammer-Oper: ein Stück von Mozart stand im Programm. Es war ein kleines Spektakel. In den Pausen mussten wir aber eifrig alle Musikkenner und Programmheft-Besitzer unter uns interviewen. Der Inhalt des Stückes ergab sich nicht gleich automatisch, vor allem für die Nicht-Opernkenner unter uns. Am Ende waren alle jedoch zufrieden. Die Inszenierung bot zwar noch einige Diskussionsgrundlagen, aber in einem waren wir uns einig: Der weibliche Sopran, der die männliche Hauptrolle eingenommen hatte, hatte eine unglaublich schöne Stimme, die uns alle umgehauen hatte!

Anschließend besuchten wir noch die renovierte Altstadt Warschaus, um ein kühles Bier zu trinken. Wir mussten aber schnell feststellen, dass zu dieser Stunde (ca. 22 Uhr) die meisten Kneipen und Bars schon schließen. Einige von uns waren müde von dem langen Tag und gingen danach recht bald ins Bett.

Am nächsten Morgen beim Frühstück stellte sich heraus, dass dies wohl nicht bei allen der Fall gewesen war und einige andere in einem bestimmten Hotelzimmer noch bis spät in die Nacht »aktiv« gewesen waren – mit einer Flasche Wodka … Das gehört auch zu einem legendären GFPS-Wochenende!

Wir schafften es aber alle schließlich in das Museum Narodowe, wo wir eine schnelle Führung durch die polnischen Werke der letzten Jahrhunderte bekamen. Ich, Cara, kann hier zwar nur für mich sprechen, aber ich war überaus begeistert. Wir haben eine so schöne Kollektion gesehen! Am Mittag machten wir dann noch eine Führung durch die Altstadt.

Super, was uns auf dem Stiftungstreffen geboten wurde! Wir danken herzlich der SdpZ für die Einladung sowie allen Organisatoren der Stiftung und der GFPS! Es war ein wunderschönes Wochenende. Alle Teilnehmer sind davon überzeugt, dass es sehr sinnvoll wäre, in den nächsten Jahren ein Treffen mit der SdpZ fest einzuplanen, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen

Karoline Steidl, Cara van Zyl