Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V.

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Oberowo – Memoiren

Weit weit hinter den sieben Bergen, den Wäldern und den Feldern, noch hinter dem See, auf dessen Oberfläche sich in manchen Nächten zwischen Nebelschwaden der große Vollmond spiegelt und tagsüber die Fische springen, am Ende der hölzernen Treppe mit den hundert Stufen, die sich durch die friedlichen Bäume steil den Hang hinaufwindet, nicht weit von dem Platz aus Erde, Staub und Gras, über den sich zwischen zwei in den Boden gerammten Holzpfählen ein Netz aus weißem Stoff spannt, ungefähr dort, wo der schwarze alte Hund seinen Körper von der Sonne wärmen lässt, dort, wo die Fee Samira an manchen Tagen ihre Lieder singt und der geheimnisvolle Robert über das Telefon wacht, befindet sich eine Ansammlung von netten Häusern mit kleinen praktischen Zimmern für drei bis sechs Leute, bunter Bettwäsche, gelben Tassen, aus denen man draußen auf gemütlichen Holzbänken an den dazugehörigen Holztischen seinen Tee trinken darf, gelegentlich beobachtet nur von friedlich grasenden Kühen oder in der Ferne spazierenden Störchen, oder dem schwarzen Hund, der vertraut seinen Kopf an die Beine der freundlichen Gäste schmiegt, oder aber auch von den Wespen, die wie im Dornröschenschlaf um das Essen kreisen und mit ihrer friedlichen Natur niemandem auch nur ein Haar krümmen könnten (wer begründeter Weise anderer Meinung ist, möge mich hier bitte in Gedanken korrigieren), oder in seltenen oder weniger seltenen Fällen auch von den kleinen garstigen Zecken, die sich einen besonders angenehmen Beobachtungsposten ausgesucht haben. Hier, in dieser gemütserhellenden Idylle verbrachten vierzig Menschen zwei Wochen ihres Lebens, an die sie noch lange zurückdenken werden.

Nachdem sie sich schon nach dem ersten Abend all ihre Namen merken konnten, vertrieben sich die kontaktfreudigen jungen Menschen aus allen Teilen Polens und Deutschlands ihre Zeit mit Volleyball (mit rekordverdächtigen Mitspielerzahlen pro Mannschaft), Kajak fahren (sobald der Kajak dank erfolgreichem Manövrieren endlich Schilf und Steglabyrinth hinter sich gelassen hatte – ich hoffe, ich spreche nicht nur für Irmina und mich), Schwimmen (besonders gern auch vor dem Frühstück, wenn das weiche Wasser noch ungestört von den Geräuschen des Tages die Sinne ausfüllte), vom Steg ins Wasser springen (sehr beliebt war die Sprungchoreografie, bei der die Männlein und Weiblein paarweise sich an den Händen haltend nacheinander das Wasser durchbrachen), Tischtennis (daran habe ich eine ganz persönliche Erinnerung, es geht dabei um Tischtennis ohne Schläger bei wenig Licht und einem gelegentlichen Schluck Zaubertrank, das eine gewisse fiebrige Erkrankung am nächsten Tag nach sich zog, wobei das auch noch an etwas anderem gelegen haben könnte), Spielen (zajaczek wola zajaczka, oder wie Krzysiek sagen würde, Hähnchen 28 ruft ...), Singen (nicht nur am Tag des Liedes, um ein Bier für 3 Zloty, Paluszki oder Kekse zu ergattern sondern NATÜRLICH vor allem am Lagerfeuer, für das die Männer in mühevoller Arbeit ganze Baumstämme heranschleppten) , Ausflügen (wobei es vorgekommen sein soll, das die fröhliche Schar auf einem anderen Schiff über den See schipperte als vorgesehen und der arme Kapitän von seinem leeren Boot aus Jarek anrief, wo wir denn blieben ...) und last but not least oczywiscie mit eifrigem Polnisch und Deutsch Lernen bei fantastischen Lehrerinnen (selbst ein feuchter kalter Keller konnte daran nichts ändern). Einige Bestimmte entdeckten in den Pausen bereits nach kurzer Übungsphase die Geheimnisse des Diabolos, und um es im Klartext zu sagen, Piotr, ich finds echt ungerecht, dass du nach einer Woche üben vor meiner Nase mit den Tricks zu glänzen vermochtest, die ich noch nie konnte ...; wieder andere versuchten sich am Sporttag zum ersten Mal im Capoiera, und selbst wenn ich noch mal betonen möchte, dass mein Capoiera-Lehrer die Hände über Kopf zusammenschlagen würde, wenn er wüsste, dass ICH Unterricht gegeben habe, möchte ich euch allen ein Kompliment aussprechen und all denen, die dabei waren, ans Herz legen, doch mal einen Verein aufzusuchen, weil ihr wirklich spitze wart. Bei der Fahrradtour um den See, durch die wirklich wunderschöne Landschaft, nur aufgehalten vom gelegentlichen Gebrauch einer Luftpumpe, da Tomek unbedingt Jareks Mountainbike auf seine Strapazierfähigkeit hin testen musste, ergaben sich immer wieder neue Gespräche und gemeinsam überstanden wir die Steigungen und Abfahrten. Die Dämmerung stieg bereits aus den Wiesen und Feldern, als wir mit den Kajaks über den See zurückkehrten, immer nur dem Schimmer der in der Ferne auf- und abtauchenden Paddel des vorfahrenden Bootes folgend. Bei jedem Paddelschlag zählten Katharina und ich eine polnische Zahl weiter, bis wir sogar zu Rechenaufgaben übergingen, und uns so in der romantischen Stille schon etwas durchnässt und erschöpft aber glücklich zu immer neuen Paddelschlägen motivierten. Man erzählte sich später, dass auch in den anderen Booten gesungen worden sein soll, und mir kam sogar zu Ohren, dass es für ein deutsch polnisch besetztes Boot eine Blamage gewesen wäre, nicht als zweites anzukommen (das erste Boot, in dem wohl Simon saß, war schon als unerreichbar abgeschrieben worden), und dass diese Blamage nach Kräften zu verhindern versucht wurde. Am poetischen Abend empfingen uns die Organisatoren in einem Raum, den sie liebevoll mit Blätterwerk und Kerzen in einen geradezu mystischen Ort verwandelt hatten, so dass man ständig das Bedürfnis fühlte, den Atem anzuhalten, oder einem kleine Schauer über den Rücken liefen, so schön und geheimnisvoll war die Atmosphäre. Aber auch hier ließ es sich wunderbar lachen. Ein polnisches Team aus Rappern hatte den genialen Einfall, die Strophen des deutschen Volksliedes »Es klappert die Mühle am rauschenden Bach« so zu interpretieren, dass sie nur noch als undeutlicher Klangteppich zwischen dem umso deutlicher zu verstehenden Klipp Klapp aha Klipp Klapp gemurmelt wurden, von dem ich wünschte, ich könnte es jetzt als Audioversion einspielen, da es mit Worten nicht zu beschreiben ist. Katharina, Julia und ich traten als Orgelpfeifen mit einer selbstgedichteten Hymne auf Rodowo auf, und für alle, die noch auf den Text warten, hier zur Erinnerung eine kleine Kostprobe (auf die Melodie von Laurentia, liebe Laurentia mein): »W noce wolaja zajaczki na dworze, dazu gibt's Zywiec aus der Dose, aus der Dose ...« oder »Gramy czesto na gitarze, Niveau ist unterste Etage, Etaaaage ...« Ich muss mich entschuldigen, ich erinnere mich an jede Vorführung und doch reicht der Platz nicht aus, um jeder ihren wohlverdienten Tribut zu zollen. Aber ich denke, wir erinnern uns alle noch sehr gut ... Ich würde auch noch gerne von der Kirche in Swieta Lipa erzählen, wo der Jesus auf der Gitarre spielte und vor der Tür aus einem Kanister Weihwasser in Plastikmadonnen mit abschraubbarer Goldkrone gefüllt werden konnte. Ebenso von dem Erlebnis, als Robert mich nach einem Telefonat aus seinem Büro fragte, wie ich heiße, ich jedoch verstand, es ginge um die Anzahl der Einheiten und mit einem Schulterzucken antwortete: »Nie pamietam«, worauf der daneben stehende Piotrek mich unter ungläubigem Gelächter fragte: »Svenja, ist alles in Ordnung – Wie heißt du?«. Doch da nach Rodowo noch zwei Wochen Oberau folgten, sollte es langsam an der Zeit sein, sich auf die Reise zu begeben. Nur für Doreen nahm der Urlaub am Ende dieser zwei Wochen eine unerwartete und unangenehme Wendung, nachdem sie noch müde vom Aufstehen zu eilig die Treppen hinunterlief und dabei so unglücklich aufkam, dass sie zunächst einen Gips bekam und sich später in Meißen noch einer Operation unterziehen musste. Hey Doreen, manchmal laufen die Dinge echt nicht so, wie sie sollten. Wir haben dich vermisst, nicht nur in unserem Polnischkurs. Um diesen Reisebericht mit etwas Fröhlicherem abzuschließen, möchte ich sagen, dass diese zwei Wochen naprawde mit zu den zwei schönsten Wochen meines Lebens gehörten. Ich persönlich wurde noch nie so freundlich empfangen wie an diesem Ort namens Camp Rodowo, und auch wenn es banal erscheint, war es Wegweiser für alle Freundlichkeit und Offenheit, die folgte: ich betrat mein Zimmer, noch unsicher und vorsichtig um mich blickend, da polterten schon Schritte die Treppe herunter, und Iza im Schlepptau, fragte mich Katharina mit großen, strahlenden blauen Augen, so als erblicke sie einen alten Freund, ob ich denn nicht jetzt gleich sofort und ohne Wenn und Aber mit schwimmen käme ...

Und dann kamen wir nach Oberau. Oberau gehört zu Niederau, und dort gibt es immerhin einen Realmarkt, auch wenn ich mir wünschte, es hätte keinen gegeben, und ich wäre noch im Besitz der Fotos, die jetzt irgendwo zwischen Fotolabor und Real unauffindbar verschollen sind. Oberau liegt inmitten von Feldern, auch Weinbau gibt es hier und es gab eine Wäscheleine, über die man Volleyball spielen konnte, wenn man sich bemühte, die friedlich Hausaufgaben machenden Menschen in der näheren Umgebung nicht pausenlos zu treffen. Dafür hatte man aber eine wunderschöne Aussicht auf das alte Gemäuer, das »Schloss Oberau«, auf viele Hühner und einige Pferde und auch auf die Baugerüste um das Schloss und um unser Wohnhaus, auf die wir jedoch nicht klettern durften. Das Gerücht, dass wir Organisator-Peter nachts beim Schlafwandeln darauf entdeckt hätten, drang leider nicht weit, da sich keiner wirklich dafür zu interessieren schien. Als das Wetter noch wärmer war und unser Programm noch nicht so ausgefüllt, dass es zur Revolution führte, gingen wir ins nahegelegene Waldbad, dessen Farbe, wie Co Nowego ganz richtig bemerkte, grün war (wobei wir auch braun hätten gelten lassen). Dort schlugen sich unsere Jungs und Iwona tapfer auf dem Volleyballfeld gegen die Dorfjugend, die in Tigerbadehosen und mit Tattoes antrat. Leider verloren wir knapp. Sobald die Sonne in ihren wunderschönsten Farben hinter der Schlosskulisse untergegangen war, erwachten nicht allabendlich aber immer öfter in Oberau die gemeinen und hinterhältigen Mafiosi, die mal zu zweit, mal zu dritt unter den unschuldigen Oberauer Bürgern mordeten. Im Schein der Kerzen hockte man dicht gedrängt und diskutierte hitzig, wem in der Runde nicht zu trauen sei ... Als erfolgreichstes Mafioso-Paar gingen Zbyszek und Ania in die Geschichte ein, die mit unschuldigstem Gesichtsausdruck wortgewandt einen harmlosen Bürger nach dem anderen ins Verderben stürzten. Unbemerkt und unverdächtigt von allen anderen führte sie ihr perfektes Zusammenspiel bis zum Sieg der Mafiosi. Respekt. Eines Nachts trieben sich jedoch noch ganz andere Gestalten zwischen den abgelegenen Gebäuden des Oberauer Schlossgeländes herum ... Gehörnt, mit schwarzen Augenringen, in rote Spinnennetze gehüllt, mit weißen Mäusen behängt und mannigfach aufs unheimlichste bemalt trugen die einen Slogans wie »Fuck czosnek« auf ihren T-Shirts, während die einen Tag früher Angereisten die Blutsauger in harmlose Gespräche zu verwickeln versuchten. Bei Wahrheitstrank und schummrigem Kerzenlicht wurden immer mehr der Nachtgestalten, welchen Auftrag auch immer sie verfolgten, zum Teil protestierend zur Tür hinausgetragen, wo sie dann entlarvt bei Chips und Salzstangen auf das Ende des Spiels warten mussten. Wieder eine Glanzleistung der Organisatoren, die keine Kosten und Mühen scheuten, um das alte Gebäude wahrhaft gruselig und doch schaurig schön zu gestalten. Am nächsten Morgen ging dann wieder die Sonne auf und alle fanden sich lebendig in ihren Betten wieder. Der Blutverlust begrenzte sich auf die Mückenstiche, die sich allerdings bei einigen gerade am Hals sehr zu häufen schienen ... Magda und unser Polnischkurs waren mitlerweile so in Singstimmung geraten, dass wir jeden Tag ein neues Lied einstudierten und zu Magdas anfänglicher Freude und schließlich Entsetzen alte polnische Weisen zunächst als Schlumpf- und schließlich als Heavy Metal Version sangen. Von unten drang in der Zwischenzeit vom Deutschkurs »Männer« von Herbert Grönemeyer zu uns hoch. Nach dem Unterricht verschwand die Kochgruppe in der Küche, die Putzgruppe in den Badezimmern und der Rest saß vor der Tür in der Sonne auf der Mauer, rauchte eine Zigarette, während Tracy Chapman oder Various Manx durchs offene Fenster drangen, spielte Volleyball ohne Netz oder Federball gegen den Wind. Unter Lena, Gosia, Gregor und Julia formierte sich eine Hackysacktruppe, deren Rekord zum Schluss mindestens bei zehn Treffern ohne Ballbodenkontakt lag, zumindest dann, wenn ich nicht mitspielte. Eine kleine Gruppe besuchte ab und zu Doreen im nicht allzu weit entfernten Meißener Krankenhaus. Die Ausflüge führten uns dieses Mal nach Leipzig, Dresden und ins Elbsandsteingebirge, wo es eine fantastische alte Burgfestung gab, auf der man Kuchen aus dem Holzbackofen essen konnte, eine Aussicht über die wunderschöne Landschaft hatte, oder sich einfach zwischen den Bäumen einen stillen Platz suchen konnte, an dem man über Zeit, Gegenwart und Vergänglichkeit nachsinnen konnte. Von jedem dieser Ausflüge kehrten wir in unsere Oberauer Heimat zurück, die uns schon von weitem mit ihrem ganz eigenen charakteristischen Geruch willkommen hieß. Eines Sonntags gab es die Tandem-Wahlen, und jeder konnte seine Stimme für eine der sechs antretenden Parteien abgeben, die sich zuvor formiert und bereits Wahlwerbung betrieben hatten. Nic Nowego forderte den Rückgang zu alten Werten, zum Beispiel den Austausch der Wespen gegen die vetrauten alten Zecken, la familia (die Familie) versprach jedem ihren Schutz in der ganzen Welt, was implizierte, dass er sich bei Nichtbeitritt ins Gegenteil verkehren würde ..., Disko Polo propagierte Disko Polo, wobei ich mich leider aus dem Gedächtnis nicht an die Reime erinnern kann, auch wenn ich noch sicher weiß, dass ich gelacht habe ..., Die Gurkenpartei wollte unter anderem mehr Gurken in die Gurkensuppe und überhaupt irgendwie mehr Gurken, die Partei Burgfrieden, die alle anderen Parteien mit Abstand ins Feld schlug, erschien in Militärjacken, roten Fahnen und langen Röcken und ihre Begründer riefen mit lauten rauchigen Stimmen zur Revolution gegen die Organisatoren auf, die uns ein Schloss versprachen, das sich als Ruine entpuppte, die die Mücken, ohne ihnen Einhalt zu gebieten, auf uns einstechen ließen und uns so viel Programm vorsetzten, dass wir keine Zeit mehr hätten, diese Missstände zu überdenken. Sehr angesprochen hat die Wählerschaft dabei vor allem, dass man am Ende (fast) jedes Satzes das letzte Wort mit voller Inbrunst gemeinsam noch einmal nachsprechen konnte. Gemeinsamkeit verbindet. Das dachte sich auch unsere Partei, die sich immerhin mit Disko Polo den zweiten Platz teilte, und forderte die Tandemisierung ganz Polens und Deutschlands bei polnischen Preisen und deutschem Lohn. Außerdem ist es zu zweit einfach schöner, selbst wenn pierwszy raz zawsze boli. Als außergewöhnliches Ereignis bleibt mir unsere Teilnahme an einer Beerdigung im Dorf in Erinnerung. Da einige die alte Frau bei der Erkundung von Oberau kennengelernt hatten und sogar ihren Zusammenbruch miterlebten, sangen wir gemeinsam mit dem Kirchenchor einige Lieder und verabschiedeten die alte Frau am Grab mit »Libera nos Domine«. Es war wirklich seltsam, plötzlich inmitten all dieses Frohsinns und der Unbeschwertheit der Tage in schwarzer Kleidung an der Beerdigung einer nahezu Fremden teilzunehmen, und doch fühlte es sich irgendwie richtig an. Der Sohn dieser Frau bedankte sich bei uns, als er uns am nächsten Tag in der Dunkelheit auf dem Rückweg vom Bahnhof zum Schloss wiedertraf. Während wir zu sechst Arm in Arm heimkehrten, Irmina mit ihrem schmerzenden Knie in der Mitte, hatten die Kinogänger in Leipzig gerade festgestellt, dass der letzte Zug wohl ohne sie abgefahren war ... zum Glück gab es zwei Freiwillige, die sich mit dem Auto auf den Weg machten, um Hilfe zu leisten. So ging unsere abwechslungsreiche Zeit langsam aber stetig zu Ende. Der letzte Abend stand unter dem Motto: Romantischer Abend, und wieder war der Raum mit Schilfrohr, goldenen Herzen und Kerzen geschmückt. Am Ende der Lieder, Gedichte und Vorträge bekam jeder eine Plastiktüte in die Hand (für manche, wie zum Beispiel für mich, waren nur noch Mülltüten mit dem Aufdruck »Swirl« übrig geblieben), in der sich kleine Zettel mit geschriebenen Komplimenten befanden. Den Tag zuvor hatte man die Möglichkeit gehabt, in eine aufgestellte Schachtel für jeden ein Kompliment einzuwerfen. Nachdem man so erfreut und glücklich schöne Dinge über sich selbst erfahren hatte, wurde bis zum Morgengrauen getanzt, und als ich am frühen Morgen von irgendwoher nach draußen taumelte, hatte sich dort die Mehrzahl der polnischen Teilnehmer schon zum Abschiedsfoto aufgestellt. Manche konnten sich bis zum Schluss nicht trennen und eilten in letzter Sekunde unter Tränen verabschiedet dem Trupp nach, der sich Richtung Bahnhof in Bewegung setzte. Die Deutschen brachen einige Zeit später auf, die letzte kleine Truppe trennte sich in Berlin und schließlich einige Tage später noch einmal in Leipzig, aber das ist eine andere Geschichte, und soll ein andermal erzählt werden ...

Während ich nun den lieben langen Tag Tracy Chapman höre und wirklich jeden Tag zu meiner Hochschule eile, weil ich nur dort Internet habe und meine ganzen schönen E-Mails lesen kann, erwarte ich sehnsüchtig Silvester, denn spätestens dann sehen wir uns alle wieder ...

Svenja K.

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Letzte Änderung: 19.11.2007